"Das Leben auf diesem Planeten ist in Gefahr: Arten sterben aus und einem Großteil der Menschheit werden gerechte Lebenschancen verwehrt. Ein unhaltbarer Zustand der eine grundlegende Transformation der Gesellschaft bedarf und gegen den bereits in vielerlei Weise Widerstand geleistet wird.

Eine Revolution für das Leben ist notwendig – und bereits im Gange! Eine Revolution für das Leben* setzt auf vielen Ebenen gleichzeitig an und verbindet Basisbewegungen aus verschiedenen Bereichen – Öko­logie, Antimilitarismus, Feminismus, Antirassismus, Kapitalismuskritik u.v.m. – und aus unterschiedlichen Generationen, Weltregionen und Perspektiven.

Auf der Jahrestagung wollen wir uns diesen Bewegungen widmen, verschiedene Kampagnen kennenlernen, Unterschiede wertschätzen, Gemeinsam­keiten erkunden und uns auf die Suche nach den Verbindungen machen. Was sind unsere jeweiligen Beiträge zu einer Revolution für das Leben? Wie wirken die verschiedenen Beiträge zusammen?

Die Tagung dient der gegenseitigen Ermutigung ebenso wie der strategischen Ausrichtung und Vernetzung der Bewegungen - wir wollen gemeinsam Synergien schaffen!"

Mosaik des Lebens – ein Rückblick auf die Jahrestagung in Arendsee

Berthold Keunecke

„Eine Revolution für das Leben ist notwendig“, so haben wir in der Einladung zur Jahrestagung 2022 in Arendsee geschrieben. Doch im Februar begann Russland den Krieg in der Ukraine, und unsere Bundesregierung rief eine „Zeitenwende“ aus, die genau in die andere Richtung deutet: Massivste Aufrüstung und der Versuch, alle pazifistischen Gedanken als „aus der Zeit gefallen“ zu brandmarken. Das hat unsere Tagung geprägt. Wie können wir uns für das Leben engagieren, wenn die Mächte des Todes solche Kräfte entfalten?

Eine Revolution stellen wir uns heute als längere Reise vor, die aus vielen kleinen Schritten besteht. So war die Tagung auch ein Mosaik aus vielen Gesprächen, Begegnungen und Gedanken. Mosaik: Eine gute Tradition ist es geworden, das Treffen mit Begegnungen in Kleingruppen zu beginnen, die wir Mosaikgruppen nennen, und in denen wir am Schluss auch über unsere Tagungseindrücke reflektieren konnten. Ein anderes Mosaik gab es mittendrin: Das „Mosaik der Friedensarbeit“ gibt einen spannenden Überblick über die vielfältigen Aktivitäten, an denen VB-Mitglieder beteiligt sind: Von den Aktionen gegen die Atomraketen in Büchel über die diesjährige Lebenslauteaktion gegen den Autobahnbau in Berlin bis zur Aufarbeitung von Rassismuserfahrungen innerhalb unseres Verbandes konnten wir vielfältige Erfahrungen und Ideen diskutieren.

Von Beginn an haben wir versucht, tiefenökologische Grundlagen in uns zu erspüren: Kerstin Veigt lud uns zur Eröffnung und in den Morgenimpulsen ein, inne zu halten, unserem Körper und unserem Atem nachzuspüren und Verbindung zu den Elementen Erde und Luft, Wasser und Feuer aufzunehmen. Das sollte die Grundlage sein, dann auch die vielen Worte verdauen zu können – zum Einen die Revolutionsthesen, die Ullrich Hahn im letzten Rundbrief auch veröffentlicht hat, und der interessante Vortrag von Charlotte Hitzfelder und Anne Pinnow, die beim Konzeptwerk Neue Ökonomie in Leipzig arbeiten und uns mit dem Projekt „Zukunft für alle!“ viele Bausteine nahe brachten, wie die wirtschaftliche Gewalt des Kapitalismus überwunden werden kann. Diese Gewalt hat uns zudem Chady Seubert in einer Szenischen Lesung aus dem Buch von Eva von Redecker, das unserer Tagung auch den Namen gab, eindrücklich und berührend dargestellt.

Die verschiedenen Arbeitsgruppen und Diskussionsforen haben unser Mosaik dann noch bunter und tiefer gestaltet – doch bei allem zog sich für mich der rote Faden durch, dass es mir einfach guttat, mich mit Gleichgesinnten im Spannungsfeld zwischen „Revolution für das Leben“ und „Zeitenwende zur Kriegsökonomie“ austauschen zu können. Der Ukrainekrieg bewegt uns – und kam am Samstag, wo wir Nachmittags einen offenen Zeitraum für aktuelle Fragen und spontane Diskussionen eingeplant hatten, dann sehr intensiv zu Sprache. Clemens Ronnefeldt, Anna Turkulova und Hans-Hartwig Lützow haben in mehreren Runden über die Hintergründe des Krieges informiert und dabei Clemens‘ ausgewogene Argumentationen gegen alle Waffenlieferungen und Kriegsunterstützung mit den Perspektiven unserer ehemaligen Praktikantin Anna Turkulova aus der Ukraine verknüpft, sich in der aktuellen Situation gezwungen sieht, den militärischen Widerstand zu unterstützen - obwohl sie im Herzen Pazifistin ist. Wir haben die Spannung ausgehalten und am Abend gut zusammen gefeiert.

Manche Tagungsteilnehmenden zeigten sich nachdenklich, wie stark wir an unserer absoluten Waffenkritik festhalten können und müssen: Aus Ohnmachtsgefühlen heraus erklingt manchmal der Ruf nach bewaffnetem Widerstand. Für mich bleibt jedoch klar, dass nur der gewaltfreie Weg wirkliche Zukunftsperspektiven eröffnen kann – die einzige Perspektive für individuelles und globales Leben. Das Leben, für das wir die sanfte Revolution wie ein buntes Mosaik in vielen kleinen Schritten wagen wollen.

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